Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Galerie,

dass wir Ihnen einen zweiten Corona-Brief schreiben würden, wer hätte das im März/April dieses Jahres gedacht.

Aber, … in diesen Zeiten … ist eben vieles anders und neu. Und wir sagen bewußt nicht, dass alles   schlecht ist! Anders und neu ist es.

Eine Krise wie diese, so hört man, spüle immer das Schlechte in der Gesellschaft und im Menschen an die Oberfläche und mache dies ganz besonders gut sichtbar. Das mag in dem einen oder anderen Fall so sein. Aber ganz sicher zeigt auch die Krise das Gute, das uns umgibt, um so deutlicher. Man muss sich vielleicht etwas mehr anstrengen, um es zu sehen. Denn so gern sieht man das halb leere Wasserglas, das halb volle Glas scheint nicht so viel wert zu sein. Das halb volle Glas ist eben unsichtbar und damit auch viel schwerer zu sehen.

Und da kann Kunst so viel bewirken und helfen. Selbst wenn man von der Bedeutung der Kunstwerke nichts wüßte, so würden doch allein die sonnendurchfluteten, magischen Räume des Bernard Schultze uns einen wunderbaren, positiven Blick auf unsere Welt schenken. Die warmen, leuchtenden Farben eines Heinz Mack würden unser Herz und unser Gemüt erwärmen und uns stark machen gegen die Dunkelheit.

Die markanten, genagelten Objekte eines Günther Uecker zeigten uns den Weg auf der Suche nach dem Licht und damit gleichzeitig auf der Suche nach Erleuchtung. Die Skulpturen aus unbeugsamem Stahl des Thomas Röthel könnten uns erzählen, dass alles im Leben in sein Gegenteil verkehrt werden kann, auch wenn manches unveränderbar erscheint. Die frei gemalten Arbeiten von Fred Thieler nähmen uns mit in eine Welt, in der man den Wert der Freiheit so sehr schätzte und sich ihrer so sicher wäre, dass man bereit wäre, eine zeitlang sich freiwillig von einzelnen Freiheitsrechten zu trennen, ohne Angst davor, dass man sie nicht zurückbekäme.

In den feinlinierten Scripturalen von André Schweers könnten wir lesen, dass das Vertrauen in das Leben unumgänglich ist, dass wir es dringend benötigen, und dass das Leben aber immer auch freudige Aspekte bereit hält. In den fragilen Papier Reliefs der Aja von Loeper entdeckten wir den Mut, uns in unserer zerbrechlichen Umwelt verantwortungsvoll zu verhalten, weil wir Teil der Natur sind und nicht das Andere der Natur.

Die abstrakten Landschaften des Marius Singer erinnerten uns an wunderbare, vergangene Tage am Meer, die wir ja in uns tragen, aber auch daran, dass unsere Sehnsucht, dies noch einmal zu erleben, sich, auch wenn es ganz sicher anders sein wird als bisher, wieder erfüllen wird. 

Die zarten, fast monochromen Leinwände der Bettina Hachmann mit ihren Öffnungen und Linierungen gäben uns den Mut, uns nicht mit vordergründigen Eindrücken abspeisen zu lassen, sondern bestärkten uns darin, hinter die Dinge zu schauen und sie zu hinterfragen. Und ganz sicher würden wir in den großartig kolorierten Arbeiten des Martin Noel das erkennen, was er uns, fast wie ein Vermächtnis, hinterlassen und gesagt hat: „Ich habe Euch Farbe in Euer Leben gebracht“.

Ja! Farbe, Vielfalt, positives Denken und Sehen und die Freude daran kann die Kunst schenken und damit helfen, das halb volle Glas zu sehen. Uns seien wir ehrlich: Viele unserer Gläser sind mehr als halb voll! 

Mit diesen Zeilen haben Sie im Grunde genommen schon eine Beschreibung unserer letzten Ausstellung dieses Jahres bekommen. Den visuellen Überblick finden Sie in diesem Booklet. Es sind Künstlerinnen und Künstler, die uns trotz der Krise über ein äußerst erfolgreiches Jahr hinweg getragen haben. Aber niemals hätten wir so erfolgreich sein können ohne eine zusätzliche Unterstützung, nämlich die Hilfe unserer Kundinnen und Kunden! Sie haben uns während dieses Jahres so sehr geholfen und gezeigt, dass die Werte, die wir hier leben möchten auch von Ihnen geteilt werden. Und dafür bedanken wir uns, das gesamte Galerieteam, sehr herzlich.

Aber auch für das nächste Jahr, für das wir uns schon jetzt so viel vorgenommen haben, hoffen wir natürlich auf Ihre Unterstützung. Die erste Vernissage wird, so hoffen wir, am 29. Januar 2021 mit der Kölner Künstlerin Sybille Pattscheck und ihren Enkaustik Arbeiten stattfinden. Vielleicht halten Sie sich diesen Abend frei und besuchen uns. Wir würden uns sehr freuen.

Aber natürlich können wir uns auch schon viel früher sehen. Denn falls Sie sich für eine der abgebildeten Arbeiten interessieren oder auch noch andere Arbeiten einer bestimmten Künstlerin oder eines Künstlers sehen möchten, so melden Sie sich doch bitte per Telefon oder Mail. Entweder kommen wir mit einer Auswahl zu Ihnen nach Hause oder wir vereinbaren einen Termin in der Galerie nur für Sie. Natürlich immer unter Einhaltung aller erforderlicher Hygiene-Maßnahmen. Sollten Sie in der Stadt sein und spontan einen Besuch planen, so sind Sie uns natürlich auch   herzlich willkommen. Im Allgemeinen ist das auch kein Problem, da eine Galerie eigentlich niemals so stark frequentiert wird.

Abschließend wünschen wir Ihnen eine ruhige, gesunde und sinnerfüllte Adventszeit und ein von Herzen frohes Weihnachtsfest.

Schauen Sie sich gerne unter diesem Link unser Weihnachtsbooklet an.

https://www.edition-wasser.de/daten/GalerieBentler_Weihnachtsbooklet_2020/index.html