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HEIMSPIEL

Martin Noël –  Heimspiel

Holzschnitte: Fünf Serien aus dem grafischen Werk

Vernissage 10. November 2017

„Ich habe Euch Farbe in Euer Leben gebracht“. Im wörtlichen, aber auch im Übertragenen Sinn, eine wunderbare Nachricht. Sie kommt von Martin Noël, der leider 2010 viel zu früh verstarb und im nationalen als auch im internationalen Kunstgefüge eine große Lücke hinterlassen hat. Der Generalanzeiger in Bonn schrieb über Martin Noël anlässlich seines Todes am 18. November 2010: „Die Bonner Kunstszene verliert einen ihrer Besten, auch überregional und international hat der gebürtige Berliner, der lange in Bad Godesberg lebte, mit unzähligen Ausstellungen Spuren hinterlassen.“

Immer wieder haben wir uns in der Vergangenheit mit dem Werk von Martin Noël auseinandergesetzt, seine Arbeiten betrachtet und uns in Ihnen wiedergefunden. Immer wieder erweckte diese Auseinandersetzung den Wunsch, sich intensiver mit Martin Noël und seinem Werk zu beschäftigen.
Nun war es soweit.
Wir eröffneten in Zusammenarbeit mit seiner Frau, Margarete Noël, und dem ehemaligen Intendanten der Bundeskunsthalle, Dr. Wenzel Jacob, unsere Ausstellung „Heimspiel“ mit einer Präsentation seines grafischen Werkes in der Beethovenallee.
Zur Ausstellung kamen verschiedene Serien seiner Holz- und Linolschnitte, deren Renaissance Martin Noël erarbeitete. In ihnen ging es „dem Künstler nicht darum, Wirklichkeit zu schildern, sondern ein Bewusstsein für den möglichen Umgang mit der Wirklichkeit zu erzeugen.“ Annie Bardon, 2001

Um diese Wirkung zu erzeugen, benutzte Martin Noël neben dem formalen Spannungsverhältnis von Fläche zu Linie immer wieder den inhaltlichen Ansatz, indem er oft übersehene Dinge des Mikrokosmos in die abstrakte Welt der Kunst transformierte. „So inspirierten ihn zum Beispiel die Risse in den Bodenplatten, die durch die Zerstörung des New Yorker World Trade Centers entstanden waren, zu den feingliedrigen Motiven seiner Serie „New York Lines“. Auch galt seine Aufmerksamkeit z. B. den Rissen in den Wänden oder dem bizarren Muster einer zerborstenen Fensterscheibe.“ Quelle: Wikipedia

Aktueller denn je stellt sich die Frage: Wie entscheiden wir uns, wie gehen wir mit unserer Wirklichkeit um. Bei aller Nachdenklichkeit: Weit über seine Zeit hinaus bleibt uns immer die Freude über „die Farbe, die Martin Noël in unser Leben gebracht hat“. Sicher die beste Grundlage aller Entscheidungen.

An dieser Stelle möchten wir uns sehr herzlich bei Frau Margarete Noël und Herrn Dr. Wenzel Jacob für Ihre Unterstützung und ihr Engagement bedanken!

Finissage 03. Februar 2018 – Heimspiel

Die Ausstellung von Martin Noël wurde verlängert und um weitere Bilder ergänzt und diese wurden ab dem 16. Januar 2018 in der Friedrichstraße 53 präsentiert. Somit hatten alle, die diese besondere Ausstellung eines sehr erfolgreichen Bonner Künstlers versäumt haben, die Gelegenheit, diese noch zu besuchen.